Artemis | Άρτεμις – Die Mondgöttin #4

Artemis ist die Tochter des Zeus und der Leto und Zwillingsschwester des Orakelgottes Apollon.
Sie war an erster Stelle eine jungfräuliche Jagdgöttin, die mit Pfeil und Bogen durch die Wälder zog und dabei von einer Schar Nymphen begleitet wurde.

Άρτεμη και Νύμφες. Loo, Jacob Van, 1654, λάδι σε καμβά Copenhagen, Statens Museum for Kunst.jpg
Artemis und Nymphen (Jacob Van Loo, 1654)

Artemis ist eine geschickte und zielsichere Jägerin. Viele Tiere sind ihr heilig, ganz besonders jedoch der Hirsch. Sie gilt auch als unnahbar und grausam. Ihre bekanntesten Attribute sind die goldenen Pfeile und der silberne Bogen, welcher ihr von den Kyklopen geschenkt wurde und auch die Mondsichel symbolisiert.

Die Göttin, die so viel Wert auf ihre Jungfräulichkeit legte, war ursprünglich eine Fruchtbarkeitsgöttin und wurde bei Hochzeiten oder Geburten angerufen. In der späten Zeit der griechischen Antike wurde sie auch als Göttin des Mondes verehrt.

 with a dog (ca. 1904) by the German painter Ferdinand Wagner.jpg
Artemis mit einem Hund (Ferdinand Wagner, ca. 1904)

Hain der Artemis

Der Berg Athos (Agion Oros – „Heiliger Berg“) in Griechenland, den seit ca. tausend Jahren nur Männer betreten dürfen, trug – vor dem Einzug des Christentums in Griechenland – den Namen «Άλσος της Αρτέμιδος» („Hain der Artemis“) und war der Göttin geweiht. Die Mysterien, die dort von den Priesterinnen und Musen in der Antike vollzogen wurden, waren ein Grund, weshalb das männliche Geschlecht ausdrücklich verboten wurde. Der „Hain der Artemis“ wurde von Konstantin IX. Monomachos umbenannt (1042-1054), der Bau der Klöster begann und von nun an, war nicht das männliche, sondern das weibliche Geschlecht verboten.


Eltern: Zeus und Leto

Zwillingsbruder: Apollon

Funktion: Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes und der Keuschheit; Hüterin der Frauen und Kinder

Symbole: Pfeil, Bogen, Hirsch, Zeder

Pflanzen: Wermutkraut (lat. Artemisia absinthium), Zypresse, Moorlilie, Palme


Artemis Geburt

Ihre Mutter Leto wurde von Zeus schwanger und deswegen von dessen Gattin Hera verfolgt. Die hetzte Leto den Drachen Python nach.
Auf dieser Flucht wurde Leto in keinem Land Asyl gewährt, weil Hera der Erde das Versprechen abnahm, Leto keinen von der Sonne jemals beschienenen Platz zum Gebären zu geben. Neun Tage lang lag die Göttin in den Wehen.
Der Meergott Poseidon senkte dann den Wasserspiegel soweit ab, dass die zuvor völlig überschwemmte Insel Ortygia teilweise trockenfiel, da nämlich der Berg Kynthos der späteren Insel Delos über die Wasseroberfläche ragte.
Leto verwandelte sich sicherheitshalber noch in eine Wachtel und gebar dann unter einer Palme zunächst Artemis, die der Mutter daraufhin bei der Geburt ihres Bruders Apollon auf Delos half. Zusätzlich lärmten die bereits bei der Geburt des Zeus bewährten Kureten, so dass diese Ereignisse vor der Hera verborgen blieben. Die Geburt des Apollon wird als Erscheinen von strahlendem Licht zum Verzücken aller anwesenden Göttinnen beschrieben.
042.jpg
Geburt Artemis und Apollon (Giulio Romano, ca. 1530-1540)

 

„Leto gebar den Apollon und Artemis, froh der Geschosse,
Beide von holder Gestalt, wie keiner der himmlischen Götter,
Da sie gesellt sich in Liebe zum aigistragenden Herrscher.“

– Hesiod: ΘΕΟΓΟΝΙΑ – Theogonie

 

Marcantonio_Franceschini_002.jpg
Leto mit ihren Kindern Artemis und Appolon

Artemis gilt ebenso als Beschützerin der jungen Frauen und Mädchen, und von jungen Tieren. Anders als ihr Bruder, ist sie in der Wildnis daheim. Ihr Herrschaftsbereich ist der Wald und leicht kann es geschehen ihren Zorn herauf zu beschwören, wenn man in der falschen Gegend (ihr heilig) oder das falsche Wild erlegt. Artemis hat ein großes Gefolge von Nymphen und jungen Mädchen, die wie es vereinzelt hieß, Unsterblichkeit neben ihr genießen, so lange sie sich nicht zu einem Mann legen (was früher oder später passiert). Ihr Liebling ist der keusche Jäger Hippolytos.

 

s-l1600.jpg
Die Auferweckung des Hippolytos durch Asklepios. Artemis betete zuvor für ihn.

 

Άρτεμη και Νύμφες. Mieris, Willem van, 1702 Άμστερνταμ, Rijksmuseum.jpg
Willem Van Mieris, 1702

Die Jagd war nachts oder höchstens in der dunklen Dämmerung, weil nur dann das Wild gut zu finden war. Und so begann auch die Assoziation mit dem Vollmond, bei dem sich am besten jagen ließ.

Diana resting after her bath by François Boucher, 1742, Musée du Louvre, Paris .jpg
Artemis ruht sich nach einem Bad aus (François Boucher, 1742)
Η Άρτεμη και οι συντρόφισσές της. Vermeer, Johannes, 1655-1656 Mauritshuis Royal Picture Gallery - The Hague.jpg
Artemis und Nymphen (Johannes Vermeer, 1655-1656)

Im hellenistischen und v.a. archaischen Weltbild, sind Mond und Sonne jedoch eigene Gottheiten. Das Apollon jedoch mit der Sonne assoziiert wird, wie Artemis mit dem Mond ist jedoch kein Zufall. In der ursprünglichen mythologischen Heimat waren sie vielleicht beide auch Götter dieser Himmelskörper.

 Etymologien des Namens ΆΡΤΕΜΙΣ (Artemis)

  • ἀήρ + τέμνω (air + temno)
    Artemis ist demnach diejenige, die die Luft „zerreißt“. Wahrscheinlich wegen ihrer Fähigkeit, ihre goldenen Pfeile mit sehr hoher Geschwindigkeit zu schießen.
  • Adj.  «ἀρτεμής» (artemḗs) 
    Antike griechische Schriftsteller verbanden Artemis im Rahmen antiker Volksetymologie zu artemḗs = „heil und gesund“

 

Άρτεμη. Vanloo, Carle (Charles-Andre), περίπου 1732-1733, λάδι σε καμβά Αγία Πετρούπολη, The State Hermitage Museum, ГЭ-1140.jpg
Artemis (Vanloo, Carle Charles-Andre, ca. 1732-1733)

Quellen: http://mythenundmeinungen.blogspot.de/2014/06/gottergruppen-leto-apollon-und-artemis.html
http://eapilektoi.blogspot.de/2014/07/12.html
https://www.die-goetter.de/artemis
http://enneaetifotos.blogspot.de/2011/07/i.html

http://docplayer.org/21220684-Artemis-artemis-hueterin-botschaft-von-artemis.html

 

2 Antworten auf „Artemis | Άρτεμις – Die Mondgöttin #4“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.