Kultur Reisen

7 griechische Orte, die (noch) nicht überlaufen sind – und warum du jetzt hin solltest

Bild: Plaka, Milos

Athen ist schön. Santorini ist spektakulär.

Aber Griechenland ist so viel mehr als perfekte Fotos und volle Gassen. Abseits der bekannten Routen habe ich ein Griechenland erlebt, das leiser ist – ehrlicher, menschlicher. Orte, an denen man nicht konsumiert, sondern ankommt.

Das sind meine sieben Empfehlungen für griechische Orte, die (noch) nicht überlaufen sind – und warum jetzt der richtige Moment ist, sie zu entdecken. Καλές διακοπές!

1. Milos (Μήλος) – Schönheit ohne Lautstärke

Milos ist fotogen, doch nie aufdringlich. Die Insel beeindruckt mit außergewöhnlichen Landschaften, geformt von Wind und Vulkanen, und lädt an zahlreichen kleinen, stillen Stränden zum Verweilen ein. Ihre Vielfalt macht jeden Moment zu einer neuen Entdeckung. Hier verteilt sich alles – Menschen, Orte, Momente.

Warum jetzt? Weil auf Milos noch die Vielfalt dominiert, nicht die Masse – und die Bilder sprechen für sich.

Klima – Bunte Häuser reihen sich in den Gassen des sonnigen Dorfes auf Milos

Mondlandschaft aus weißem Vulkangestein – der Sarakiniko Strand auf Milos verzaubert still und leise

Apollonia: Weiß getünchte Häuser, gutes Essen und ein Hauch von Ruhe

Alltag in Apollonia

Sonnenuntergang (Apollonia, Milos)

Plaka: Charmante Gassen, weiße Häuser und ein atemberaubender Blick über die Insel.

2. Pilio (Πήλιο) – wo Berge und Meer sich begegnen

Grüne Bergdörfer, in denen die Zeit langsamer läuft. Alte Steinpfade und Wanderwege führen durch dichte Wälder, vorbei an Quellen und Wasserfällen. Nur eine kurze Fahrt entfernt warten Strände an zwei Meeren, wild und unverstellt. Morgens in den Bergen, nachmittags im Wasser – ein Tag voller Kontraste und Ruhe.


Warum jetzt? Bei Griechen seit jeher beliebt. International aber noch ruhig – und genau das spürt man.

Ruhige Buchten und kristallklares Wasser

Παραλία Μυλοπόταμος, Mouresi


3. Kastoria (Καστοριά) – Griechenland jenseits des Meeres

Kastoria liegt im Norden Griechenlands, eingebettet zwischen Bergen und still am Orestiada-See. Neoklassizistische Häuser und byzantinische Kirchen prägen das Stadtbild. Der Alltag wirkt ruhig und unverstellt.

Die Kleinstadt überzeugt nicht nur durch ihre Lage am See und ihre Geschichte, sondern auch durch eine bemerkenswert bodenständige, ehrliche Küche. Für mich ist dieser Ort zudem persönlich bedeutsam: Meine Mutter stammt aus Kastoria, und vieles von dem, was man hier isst und lebt, war bei uns selbstverständlich. Seit jeher ist die Region bekannt für ihre Hülsenfrüchte – Bohnen, Linsen und Kichererbsen von außergewöhnlicher Qualität, die in vielen traditionellen Gerichten eine Hauptrolle spielen. Unbedingt mitnehmen sollte man die lokal angebauten Bohnen (Gigantes!), oft noch von kleinen Familienbetrieben, die man auf Märkten oder in Feinkostläden findet. Die Küche Kastorias folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten – einfach, nahrhaft und voller Geschmack.

Ebenso prägend ist das Handwerk. Kastoria gilt seit Jahrhunderten als Zentrum der Leder- und Fellverarbeitung – ein Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde und bis heute sichtbar ist. Werkstätten, kleine Betriebe und Familienunternehmen zeugen von einer tief verwurzelten handwerklichen Identität.

Warum jetzt? Weil Kastoria kaum jemand auf dem Schirm hat. Es lohnt sich aber.

Kastoria: Malerische Ufer, byzantinische Kirchen und eine Stadt, die am See zu träumen scheint.

4. Mani, Μάνη (Peloponnes) – rau, stolz, unverstellt

Karge Landschaft, Steindörfer voller Geschichte, einsame Buchten. Hier zeigt Griechenland seine ehrliche, unbequeme Seite – geprägt von Tradition, Unabhängigkeit und tiefer Verwurzelung.


Warum jetzt? Weil sich die Mani nicht verändert – aber langsam entdeckt wird.

Stoupa an der südwestlichen Seite der Halbinsel Mani

5. Gavdos (Γαύδος) – weiter südlich geht es nicht

Gavdos fühlt sich an wie das Ende der Welt. Die kleine Insel liegt südlich von Kreta und gilt als südlichster Punkt Europas. Sie bietet kaum Infrastruktur, dafür viel Ruhe und Abgeschiedenheit. Im August ist Gavdos besonders bei jungen Griechen beliebt. Im Oktober wird es sehr ruhig, ohne dass der Sommer vorbei wäre. Die Temperaturen bleiben hoch, das Meer ist weiterhin ideal zum Baden, die Tage sind still.

Von Gavdos sind meine Vorfahren einst nach Kreta gezogen. Gavdos ist für mich daher kein beliebiger Ort: Von hier stammen meine Wurzeln. Hier verschwindet alles Überflüssige.

Warum jetzt? Weil Gavdos im Oktober entspannter und schön warm ist – und genau das den Unterschied macht.

Gavdos: Abgelegen, wild und still

der südlichste Punkt Europas – das Kap Trypiti

6. Ikaria (Ικαρία) – die Insel ohne Eile

Kaum Massentourismus, wilde Strände und Dorffeste ohne festen Zeitplan prägen die Region. Der Alltag verläuft ruhiger und orientiert sich stärker an lokalen Traditionen. Hier passt man sich dem bestehenden Lebensrhythmus an – nicht umgekehrt.


Warum jetzt? Noch bestimmt der Alltag der Einheimischen den Rhythmus.

7. Zagori-Dörfer (Ζαγοροχώρια) – Stille aus Stein

Die Zagori-Dörfer liegen im Epirus und sind durch ihre traditionelle Steinarchitektur geprägt. Viele der Dörfer haben ihren historischen Charakter bewahrt. Alte Steinbrücken, tiefe Schluchten und eine ursprüngliche Landschaft bestimmen die Region.


Warum jetzt? Weil die Zagori-Dörfer noch weitgehend unverändert sind, der Tourismus gering ist und die Landschaft in ihrer ursprünglichen Form erlebbar bleibt.

Κολυμπήθρες, Πάπιγκο


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Τα λέμε στο επόμενο μάθημα!

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